Der kleine Prinz oder auch...das Pferd mit den tausend Namen
Bambino ist ein Hannoveraner-Wallach, 169 cm Stockmaß, und heißt eigentlich Rambazamba. Er ist am 28.03.2013 geboren und wurde im Januar 2019 von mir gekauft. Da ich zu diesem Zeitpunkt meinen Schatz Atlan so langsam in Rente schicken wollte, sollte Rambi, wie er damals noch genannt wurde, an seine Stelle treten. Im Vergleich zu Atlan war Rambi natürlich jünger und auch ein ganzes Stück kleiner. Also wurde er fortan „der Kleine“ oder auf saarländisch „de Kleen“ genannt.
Der Kleine machte besonders in den ersten Monaten seinem eigentlichen Namen alle Ehre. Beim Anbinden zeigte er einen so heftigen und ausdauernden Vorhandschlag, dass ihn alle nur noch Bamm-Bamm nannten.
Bevor ich ihn gekauft hatte, stand Bamm-Bamm fast zwei Jahre ohne große Beschäftigung in einem kleinen Stall mit Auslauf. Die Besitzerin war krank geworden, konnte sich daher nicht mehr um ihn kümmern und beschloss ihn dann zu verkaufen. Also kam er mit fast sechs Jahren als rohes Pferd zu mir. Roh betraf aber nur die Ausbildung. Bamm-Bamm selbst war im besten Halbstarken-Alter. Von Null-und-Nix eine Ahnung, aber die Weisheit mit dem Löffel gefressen. Rotzefrech! Distanzlos! Anspruchsvoll! Nicht kooperativ! Wunderschön! Tolle Gänge! Noch im Wachstum!
Eine ganz schöne Herausforderung!!!
Aber, … Herausforderungen sind meine Spezialität. Bin ja auch mit Atlan einig geworden. Also…. challenge accepted!
Holla, die Waldfee!!! …. Naja… die nächsten Monate überspringe ich mal. Kurz, der kleine Bamm-Bamm hat mich ganz schön Kraft gekostet. Meine grauen Haare habe ich von ihm. Aber es hat sich ausgezahlt. Inzwischen verstehen wir uns super. Über liebevolle Konsequenz habe ich von ihm eine Menge gelernt. Sein Name wurde zu einem herzlichen Bambino umgewandelt.
Durch einen Stallwechsel kam in unser kleines Zweier-Team zusätzlich ein positiver Schub. Die Struktur und Ruhe am neuen Stall brachten innerhalb kürzester Zeit eine Entspannung in ihn. Nur den Namen Bambino konnte sich kaum jemand am Anfang merken. Hier hieß er Bimbo-Bombo. Aha!!!
Vor seiner Box hängt in doch anständiger Entfernung ein Feuerlöscher. Wie kann man als Pferd so einen langen Hals machen? Fragt ihn!! Grisu, der Feuerwehrmann wurde sein nächster Name, …ach ja…
Durch meine Beharrlichkeit hat sich der Name Bambino dann doch durchgesetzt. Er ist inzwischen ein gutes Reitpferd geworden. Tiptop in der Bodenarbeit. Im Gelände machen wir lange Touren. Seine Frechheit hat sich in Unerschrockenheit gewandelt. Seine anspruchsvolle Distanzlosigkeit fordert von mir, dass ich seinen Kooperationswillen ständig im Blick haben muss. Wenn ihm etwas nicht passt, zeigt er es wie ein verzogener, kleiner Prinz. Da wird es nie langweilig. Es macht soviel Spaß mit diesem Pferd zu arbeiten.
Mit Bambino habe ich auch die ersten Interventionen durchgeführt. Ich war überrascht, wie souverän und intensiv er da mitgearbeitet hat. Eigentlich wurde ich durch ihn erst so richtig ermutigt, mich in die Richtung der pferdegestützten Therapie weiterzubilden. Er ist mein wichtigster Mitarbeiter.
Ich glaube, wir zwei haben uns gesucht und gefunden. (Atlan, er ist ein würdiger Nachfolger und du bleibst dennoch einzigartig!)

